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Meine Bildergalerie aktualisiere ich stetig mit neuen Bildern aus meinem Läuferleben.

 

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Dann wird es mal wieder etwas länger

Es ist mal wieder an der Zeit, einen zum Besten zu geben.

Ich habe ziemlich lange nichts von mir hören lassen, aber die Wettkampfsaison 2020 liegt noch immer auf Eis, obwohl schon ein paar wenige Visionäre damit begonnen haben, einige Wettkämpfe durchzuziehen. Meinen großen Respekt dafür.

Doch die meisten Veranstalter wollen oder trauen sich einfach nicht.

So lag auch Freud und Leid bei mir ganz dicht nebeneinander.

Anfang Juli sollten die Entscheidungen getroffen werden, ob die Matterhorn Ultraks in Zermatt und der Taubertal 100 in Rothenburg stattfinden sollen. An beiden Veranstaltungen wollte ich ja teilnehmen, umso erfreulicher war es dann, als aus der Schweiz das „GO“ dafür kam. Da war ich vielleicht happy, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Doch ein paar Tage später war ich umso enttäuschter, dass der Taubertal 100 abgesagt wurde. Der sollte schließlich mein Saisonhöhepunkt werden, mit einem Angriff auf eine neue Bestzeit auf der 100 Meilen Strecke. Diesen Wirkungstreffer musste ich erst einmal verdauen, zumal die Vorzeichen aus Bayern immer vielversprechend waren und dann das …

Aber was wäre ich für ein Sportler, wenn ich jetzt tagelang rumheulen würde, was da im Freistaat schiefgelaufen ist. Also kurz geschüttelt und Blick nach vorn. Und bei dem Blick nach vorn, stach mir der sogenannte Mad Chicken Run ins Auge. Ein 24 Stundenlauf in der Lausitz, was für mich eine Anfahrt von nur 2,5 Stunden bedeutet.

Also perfekt, was das Organisatorische betrifft. Wie das mit den 24 Stunden im Kreis laufen aussieht, wird sich an 3./4.10. zeigen. Aber reizvoll und ein Muss für jeden Ultra-Läufer ist es auf jeden Fall. Ich bin schon gespannt, wie viele Kilometer nach den 24 Stunden bei mir auf der Haben-Seite stehen. Das Wettbüro ist eröffnet ; )

Auf dem Weg dorthin, steht noch der Südthüringentrail auf meiner Liste. Auch da bin ich ganz optimistisch, dass die Jungs aus Suhl das  Ding durchziehen werden.

Das soll es erst einmal an dieser Stelle von mir gewesen sein.

Die nächsten Bilder werden sicher die vom Matterhorn sein, sollte mir zwischendurch nicht eine andere Schweinerei einfallen.

 

                                                                                 Taucha, den 22.07.2020

 

 

 

Laufen in Zeiten von Corona

 

Überall in den Medien lese irgendwelche Statements von irgendwelchen Personen und da kam bei mir die Frage auf: Soll ich auch noch meinen Senf zur aktuellen Situation dazu geben? Also warum denn nicht. Ich mache es einfach mal und lasse euch wie immer teilhaben, was diesem kranken Hirn gerade alles so entspringt.

Es ist nicht nur das Hirn, auch der Körper schwächelt gerade etwas. Aber keine Angst, es ist noch nicht das Virus. Ich bin zur Zeit etwas verschnupft und hauptsächlich aus Verantwortung meinen Mitmenschen gegenüber, habe ich mal eine kurze Auszeit vom Berufsleben genommen. Deshalb habe ich jetzt jede Menge Zeit, um mal wieder ein paar Zeilen zu verfassen.

Ja, die Coronakrise hat auch die Laufszene voll erwischt. Mit der Harzquerung und dem Rennsteiglauf fallen zwei Wettkämpfe aus, die bei mir fest eingeplant waren. Aber deswegen jammere ich jetzt nicht rum. Es gibt zur Zeit ganz andere Probleme und da steht das Laufen bestimmt nicht an erster, zweiter oder dritter Stelle. Obwohl ich der Wettkampftyp bin und es mir unheimlich viel Spaß macht daran teilzunehmen, laufen kann ich die Strecken auch ohne Startnummer und für mich allein. Das mit den Wettkämpfen ist eh nur was fürs Ego ; ) Mir tun nur die Veranstalter leid, egal ob von Laufveranstaltungen oder von anderen Sachen. Die monatelange Vorbereitung, die Investitionen, die schon getätigt wurden, alles für die Katz.

Bei Manchen wird sogar die Existenz bedroht sein, aber auch das werden die Betroffenen überleben. Hauptsache wir kommen alle gemeinsam heil aus der ganzen Nummer raus, denn was da noch kommt, weiß keiner so richtig.

Bei mir persönlich, warte ich eigentlich nur drauf, bis das Virus auch an meine Haustür klopft. Meine Frau ist z.B. eine dieser Alltagshelden, wenn sie jeden Tag im Supermarkt an der Kasse sitzt und dem „Feind“ sozusagen direkt ins Auge blickt und trotzdem immer weiter kämpft. An dieser Stelle ist es mir ein Bedürfnis, auch mal den Alltagshelden zu danken, denen man nicht direkt in die Augen blicken kann. Nämlich den Frauen und Männern, die das ganze Zeug herstellen, das so dringend gebraucht wird. Als stellvertretenes Beispiel seien die Leute erwähnt, die das ganze Toilettenpapier herstellen. Die müssen garantiert schon seit Wochen Sonderschichten schieben. Da wir jetzt schon mal beim Toilettenpapier sind, ich hatte letzte Woche einen Bericht über die „Hamsterkäufe“ gelesen, was mich etwas irritiert hat. In den USA werden bei Hamsterkäufen Waffen und Medikamente gekauft, in Italien Grappa und Zigaretten, in Frankreich Kondome und Rotwein, in Holland Haschisch und Käse, in Schottland Whisky. Aber was zu Teufel kaufen wir Deutschen, Klopapier und Mehl. Sagt mal geht’s noch, was ist hier bloß schief gelaufen. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes, voll für den A...

Obwohl die Situation gerade nicht wirklich lustig ist, kann ich mir einen nicht verkneifen. Die Jüngeren unter euch erleben sozusagen Geschichtsunterricht hautnah. Für die Älteren muss es vorkommen, wie DDR 2.0.

Leere Regale, Grenzen dicht und eingesperrt. Ja, und seine Meinung darf man schon lange nicht mehr öffentlich sagen. Das hat ja gerade erst Xavier Naidoo zu spüren bekommen. Ich merke gerade, ich werde wieder politisch, also schnell zurück zum Laufen.

Ich als Ausdauersportler bin es ja gewohnt, die Einsamkeit des Langstreckenläufers zu leben. Und durch mein Leben als Schichtarbeiter ist das mit den sozialen Kontakten, ja auch so eine Sache. So sehr viel hat sich also bei mir nicht geändert, läufertechnisch in Zeiten von Corona.

Ich laufe fleißig weiter und werde in den nächsten Tagen meinen Plan für 2020 etwas anpassen. Aber eins kann ich schon mal verraten, ich hab da so eine richtig kranke und doch geniale Idee...

Also lasst euch überraschen und bis dahin, bleibt schön gesund, passt auf euch und andere auf, reduziert vorübergehend soziale Kontakte und sagt auch mal Nein. Versucht aus der Situation das Beste zu machen und lasst euch eure Freude am Leben nicht nehmen, denn ihr habt nur dieses eine.

Und wie ich es schon immer sage: „Am Ende wird alles gut und sollte es mal nicht so sein, war es noch nicht das Ende.“

 

                                                                                         

                                                                                    Taucha, den 22.03.2020

 

 

 

 

50. Geraer Silvesterlauf

Trainingszustand vs. Alter

Team Physiotherapie Angela Egermann, da habe ich mich mal ins Bild gemogelt. Welch Ehre neben Lauftitan und Freund Andi zu stehen.

 

Was macht man am Samstag vor Silvester? Für mich stellt sich die Frage

eigentlich gar nicht mehr, denn am Samstag vor Silvester setze ich mich ins

Auto und fahre nach Gera. Das Ganze schon zum 10. Mal, glaube ich.

Natürlich nicht hintereinander, denn es waren auch schon Jahre dabei, wo ich einfach mal faul war. Ups, habe ich jetzt faul gesagt, natürlich war ich verletzt.

Aber bei Einem war ich mir sicher, in diesem Jahr sollte es meine 6. Teilnahme auf der 20 Kilometer Strecke sein. Im Gegensatz zu den vorherigen Teilnahmen hatte ich dieses Jahr etwas mehr trainiert, da ich mich aktuell im Marathon Training befinde. Wie ihr wisst, Mitte Februar geht es los. Das sollte zumindest für eine schnelle Zeit sprechen. Was dagegen spricht,

ich erwähne es nur ungern, das Alter. Mit 47 Jahren ist man eben nicht mehr so flott unterwegs wie mit 37 oder 27 Jahren. Wieder ups, mit 27 bin ich noch gar nicht gelaufen. Nun komme ich aber mal zum Punkt. Ich wollte einfach wissen, ob ich mit einem guten Trainingszustand im Herbst meiner Läuferkarriere noch einmal einen raushauen kann. Um es kurz zu machen,man kann. So jetzt ist die Luft raus, nun muss ich erst mal wieder versuchen, etwas Spannung aufzubauen. Da fange ich am besten wieder ganz weit vorn an. Keine Angst, die Sache mit den Dinos überspringe ich schnell und komme wieder zum Punkt, die Sache mit den Wettkämpfen. Auch nach so vielen Jahren finde ich es immer wieder geil. Die unruhige Nacht zuvor, das Munter sein noch bevor der Wecker klingelt, das flaue Gefühl im Magen, die „unendlichen“ Stunden bis zum Start, die Freunde und Weggefährten (und das schon über Jahre) mit denen man sich vor dem Start über Heldentaten vergangener Tage austauscht, sowie was gerade verletzungstechnisch angesagt ist und natürlich die Anspannung, die sich schlagartig mit dem Startschuss in Luft auflöst. Und genau um 9:30 Uhr ertönte dieser in Gera und ich war wieder in dem so geliebten Wettkampfmodus. Noch schnell ein paar Worte zum Wetter, Sommer war es jedenfalls nicht. Mit 0 Grad war es A... kalt, aber es hatte leider nicht gereicht, dass die Strecke über Nacht schön hart wurde.

So war es wieder ein sehr schwerer und weicher Waldboden, wo man ordentlich Körner liegen lassen kann. Fast hätte ich es vergessen, trotz der 0 Grad hatte ich mal die Eier, im kurzen Höschen zu laufen. Das musste einfach mal gesagt werden. Zurück zum Lauf, denn der erste Kilometer war auch schon geschafft. Mit 3:40 Minuten natürlich wieder viel zu schnell, aber mir kam es gar nicht so schnell vor, deshalb machte ich erst einmal so weiter. Dann folgte der 2 Kilometer lange Anstieg und das Starterfeld hatte sich ordentlich auseinander gezerrt. Ich war noch nicht am Anschlag und konnte schon mal die Lage abchecken.

So wie es aussah, befand ich mich an 6. Position. Nach vorn war schon eine ordentliche Lücke und von hinten bekam ich gerade Besuch.

Aber da habe ich mich nicht verrückt machen lassen und mein Ding weiter durchgezogen, denn es ist schon ein Vorteil, wenn man die Strecke kennt.

Als es nach 5 Kilometern wieder bergab ging, hatte ich auch die 6. Position wieder inne und beim anschließenden Anstieg war ich wieder allein auf weiter Flur. Das war zwar nicht gerade förderlich für einen geilen Wettkampf, denn so ein Zweikampf mach schon viel mehr her, aber das Leben ist ja kein Ponyhof und so trottete ich allein durch den Geraer Stadtwald. Wenn es mal für längere Zeit geradeaus ging, konnte ich noch 2 Läufer vor mir ausmachen, aber da lagen bestimmt schon 500 Meter dazwischen und das ist schon eine Hausnummer. Nach 41 Minuten hatte ich 10 Kilometer weg und auch fast alle Anstiege. Die nächsten 2 Kilometer bergab konnte ich es wieder rollen lassen, dann folgte ein endloser Kilometer neben den Eisenbahnschienen und anschließend wieder zwei zähe Kilometer bergauf.

Diese 2 Kilometer tun mir jedes mal besonders weh, so auch dieses Jahr.

Irgendwie schleppte ich mich nur noch Meter um Meter und ich wagte mal einen Blick zurück. Zum Glück war da weit und breit keiner zu sehen und ich musste nicht mehr ganz so aufs Tempo drücken. Das wollte ich mir für die letzten 3 Kilometer bergab aufheben und glücklicherweise war ich auch in der Lage dazu. Jetzt waren die Läufer von den 11 Kilometern mit auf der Strecke und ich konnte so richtig ballern. Kilometer 17 in 3:50 Minuten, Kilometer 18 in 3:37 Minuten, Kilometer 19 in 3:26 Minuten und das Ziel schon zum Greifen nahe, als ich doch noch überholt wurde. Mein erster Gedanke, das kann nur einer von den 11 Kilometern sein. Dann ein Blick auf die Startnummer, die sah aber so aus wie meine. Doch einer von den 20 Kilometern?

Ich wusste es nicht, so biss ich noch einmal auf die Zähne und hielt dagegen.

Mit Augen zu und schmerzverzerrtem Gesicht konnte ich diese verdammt lange Zielgerade leider nicht genießen, aber ich konnte den 6. Platz behaupten. Als ich wieder Herr meiner Sinne war, stellte ich fest, dass dieser Zweikampf umsonst gewesen war, denn es war doch ein Läufer von der 11 Kilometer Strecke. Als mein Blick zur Uhr ging, stellte ich fest, ganz so umsonst war dieser Zweikampf dann doch nicht.

1 Stunde, 18 Minuten und 37 Sekunden – BESTZEIT-

So schnell war ich in Gera noch nie und das mit 47 Jahren!

Das hat mich richtig stolz gemacht und dementsprechend habe ich mir auch mal einen gegönnt. Ups, schon wieder verquatscht.

 

Einen habe ich noch bevor ich zum Schluss komme. Ich habe für 2019 schon mal Kassensturz gemacht und hier das Ergebnis:

 

Laufen: 4982 Kilometer und 58900 Höhenmeter

Rad: 1117 Kilometer

 

So, dass Beste habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben und das Beste seid ihr. Also wünsche ich euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Mögen alle eure Wünsche und Träume, für die ihr auch hart arbeitet, 2020 in Erfüllung gehen.

 

 

Ergebnisse:http://www.1-sv-gera.de/index.php/ergebnisse/articles/ergebnisse.html

 

 

                                                                                                        Taucha, den 30.12.2019

 

 

 

Dig Deeper !!!

2020

Ich habe dann mal wieder einen Plan gemacht

So, Freunde des gepflegten Ausdauersports. Ich war dann mal wieder fleißig

in Sachen Handarbeit und habe lange gestrickt. Gestrickt an dem Plan für 2020 und ich bin mächtig stolz auf das Ergebnis. Getreu dem Motto „DIG DEEPER“ geht es auch schon ganz tief los. Bevor ich wieder ganz tief in den Abgründen meiner Seele grabe, grabe ich mich am 16.02. erst einmal ganz tief unter die Erdoberfläche. Um ganz genau zu sein, sind es 500 Meter beim Untertage Marathon in Merkers.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich mache mal wieder einen Marathon. Doch ganz so leicht wird dieser nicht werden, denn schließlich sind 700 HM zu überwinden. Aber Eines kann ich schon mal versprechen, Untertage will ich nochmal versuchen, was mit 47 Jahren auf der Marathondistanz möglich ist. Im März habe ich Probleme einen günstigen Termin zu finden, deshalb mache ich im April gleich zwei lange Sachen. Am Karfreitag ist es wieder mal an der Zeit, die Heimat zu erkunden. Auf dem Finnewanderweg geht es von Weißenfels nach Sachsenburg. 92 Kilometer und 1200 Höhenmeter gilt es zu bewältigen, genau die richtige Karfreitag-Prozession. Alles natürlich ganz entspannt und „Just for fun“. Am 25. April geht es nach langer Zeit mal wieder zur Harzquerung und am 16. Mai zum Rennsteiglauf. Bei einen dieser beiden Läufe werde ich mal wieder versuchen, etwas flotter unterwegs zu sein.

Welcher Lauf das sein wird, entscheide ich spontan und mache das von der Tagesform abhängig. Im Juni geht es endlich in die Berge. In Salzburg startet der Mozart 100. Da dieser Lauf auch Teil der Ultra Trail Worldtour ist, kann ich mich wieder mit den Besten dieses Sports messen. Auf den

108 Kilometern geht es 5000 HM rauf und wieder runter. Da die Strecke nicht ganz so technisch ist, sollte sie mir liegen. Im Juli steigt dann die Vorfreude auf das, was mich im August erwartet.

Am 22.08. geht es nach Zermatt. Bei den Matterhorn Ultraks gehe ich auf die 49 KM lange Strecke und immer den Berg der Berge vor Augen. Ich gerate schon jetzt in Extase, wenn ich auch nur daran denke. Hier steht ganz klar das Erlebnis im Vordergrund. Obwohl die 49 KM mit den 3600 HM kann man schon mal ballern ; ), muss man aber nicht.

Im September dann noch ein letzter Formcheck. Beim Südthüringentrail in Suhl weiß ich ja, was mich erwartet und mal sehen, ob ich wieder mit so einem guten Ergebnis wie 2018 nach Hause fahre. Und zu guter Letzt, geht es am Tag der Deutschen Einheit nach Rothenburg

o.d. Tauber zum Taubertal 100. 100 Meilen von Rothenburg nach Gemünden

am Main, flach und schnell. Und genau so, will ich es auch angehen.

DIG DEEPER, ganz tief graben, bis zum Umfallen kämpfen und rausholen,

was noch geht. Mission 100 Meilen Bestzeit pulverisieren. Und wenn das klappen sollte, dann war doch noch etwas in Griechenland. Naja, 100 Meilen sind aber auch verdammt lang, also schwach anfangen und stark nachlassen ; )

Bei aller Planerei will ich mal hoffen, dass ich mich wieder auf meinen Körper

verlassen kann und ohne größere Verletzungen durchkomme,denn das Leben ist zu kurz für EINEN ULTRA.

 

                                                                                   Taucha, den 03.12.2019

 

 

 

38. Rudelsburglauf

 

Es hat mich mal wieder erwischt. Die heimtückischste aller Krankheiten hat bei mir zugeschlagen, die Männergrippe. Nachdem Phase 2, das Selbstmitleid, überstanden ist, nutze ich gleich die gewonnene Zeit, um mich mit aller Hingabe diesen phänomenalen Rudelsburglauf in Bad Kösen zu widmen. Dazu möchte ich, wie fast immer, etwas weiter ausholen.

Es war ja die Zeit nach dem Leadville 100 und die war ich zu 95% faul.

Ja, ihr habt richtig gelesen. FAUL !!! Das Wort gibt es auch bei mir.

Den 3 Kilometer Berglauf an gleicher Stelle hatte ich noch mitgenommen, danach war aber komplett der Ofen aus. Die obligatorische Pause, ein Motivationsproblem, viel Arbeit zu Hause, ich glaube es war von Allem etwas. Ab 23. September habe ich dann mal wieder angefangen, mich zu bewegen. Und wie das so ist, ein alter Diesel braucht etwas länger bis er auf Touren kommt. Am 5. Oktober war es dann soweit. Der Rudelsburglauf, der erste Wettkampf seit einer gefühlten Ewigkeit. Einen Blick in die Starterliste ließ ich mir vorher natürlich nicht nehmen. So hoffte ich, trotz des miserablen Trainingszustands, auf ein Happy End.

Der tagelange Regen und Wind hatten dafür gesorgt, dass die Strecke, zumindest für die meisten Straßenläufer, zur echten Herausforderung geworden wäre. Doch meine Vereinsmitglieder hatten ganze Arbeit geleistet und dafür gesorgt, dass die Strecke auch für die Flachländer laufbar genug war. Selbst für den MDR muss dieser Lauf eine feste Größe im Terminkalender sein, denn auch in diesem Jahr waren sie wieder mit Kamera und allem was dazu gehört vor Ort. So ertönte um 12:40 Uhr der Startschuss am Fuße der Rudelsburg und der erste Kilometer um den Tennisplatz war auch genau so, wie ich es mir erhofft hatte. Mit einer kleinen Spitzengruppe hatte ich mich schon etwas abgesetzt, doch das Tempo war noch relativ entspannt.

So fiel auch das obligatorische Lächeln in die Kameras des MDR noch recht leicht, als wir wieder den Start- und Zielbereich passierten. Danach wartete der gut 2 Kilometer lange Anstieg über die Rudelsburg nach Freiroda. Also genau mein Ding. Um so erstaunter war ich, dass ich erst einmal durchgereicht wurde. Zwei Läufer, die ich nicht kannte, zogen ganz locker an mir vorbei.

So war eigentlich nicht der Plan. Aber auf Grund meines Trainingszustands arrangierte ich mich mit diesem 3. Platz, denn nach mir war die Lücke doch recht groß. Einer der beiden Führenden konnte sich etwas absetzen und war schon ein wenig außer Sichtweite. Der Andere begann, kurz vor Erreichen der Rudelsburg, in den Gehschritt zu wechseln. Das war für mich recht ungewöhnlich bei dieser Steigung und zugleich meine Chance.

Und die nutzte ich auch. Ich zog vorbei, und als ich Freiroda erreichte, konnte ich den Führenden sogar noch sehen. Jetzt folgte ein verdammt langer Downhill in Richtung Start / Ziel und für mich die Gelegenheit, vielleicht hier etwas Boden gut zu machen. Aber der Führende zeigte noch keine Schwächen. Also wieder am Start- und Zielbereich vorbei, ein Lächeln für den MDR und dann ging es den Katerberg hinauf. Dieser Anstieg, gerade wenn man ihn nicht kennt, ist ganz gemein. Die Steigung ist eigentlich nicht der Rede wert und doch zieht es sich und scheint kein Ende zu nehmen. Gerade, wenn man es zu flott angegangen ist, kommt einem dieses Teilstück vor, als läuft man am Gummiseil. So muss es sicherlich auch dem Führenden ergangen sein, denn mit einem Mal war er wieder in Sichtweite und ich kam immer näher.

Als dann der „Gipfel“ erreicht wurde, genoss ich erst einmal den herrlichen Ausblick über das wolkenverhangene Bad Kösen und das Saaletal.

Danach wollte ich zum finalen Angriff übergehen. Eigentlich war die Sache ja anders geplant, aber der verdammte Ehrgeiz war wieder einmal stärker.

So biss ich richtig auf die Zähne und als ich auf Schlagdistanz war, zog ich auch gleich vorbei. Jetzt waren es noch knapp 2 Kilometer bis zum Ziel und wenn ich mit fast 47 Jahren wieder die Chance auf einen Gesamtsieg hatte, wollte ich diesen auch nicht mehr hergeben.

Den vorletzten Kilometer spulte ich in genau 3:30 Minuten ab.

Das ist der Bereich, in dem dem alten Dieselmotor anfangen, die Ventile wegzufliegen. Zum Glück hielt noch alles, aber ich konnte den heißen Atem meines Mitstreiters noch spüren. Oder, ich sage mal lieber Fighter, das klingt cooler. Denn gefightet wurde bis zum Umfallen und ich war kurz davor. Der letzte Kilometer in 3:25 Minuten, doch bevor sich die Ventile verabschiedeten, war ich schon im Ziel. Gesamtsieg, aber was war das für ein Fight. Dafür vielen Dank an Jakob Fischer aus Jena. Noch halb benommen und nach Sauerstoff ringend, taumelte ich im Zielbereich hin und her, als ich plötzlich ein Mikro vom MDR unter der Nase hatte. Meine Chance fürs Fernsehen, meine Chance mal ein Statement abzugeben, meine Chance.... hatte ich total verkackt.

Nachdem ich die letzten 2 Kilometer so am Anschlag war, war ich für den Moment nicht in der Lage, auch nur ein Wort zu sprechen. Per Handzeichen bat ich um 2 Minuten, damit ich wieder genug Sauerstoff zur Verfügung hatte, aber keine Chance. Fragen über Fragen prasselten auf mich ein. Bei der letzten Frage waren dann meine geforderten 2 Minuten um. Vielen Dank dafür! Nur noch der Form halber sei zu erwähnen, ich erreichte nach 10,3 Kilometern und 240 Höhenmetern in 42:06 Minuten das Ziel. Natürlich langsamer als die letzten Jahre, aber das war zu erwarten. Den 2. Platz sicherte sich Jakob Fischer aus Jena in 42:22 Minuten und der 3.Platz ging an Thomas Erxleben aus Leitzkau in 42:45 Minuten.

So, das soll es erst einmal von mir gewesen sein.

Den Rest meiner unfreiwillig gewonnenen Zeit werde ich nutzen, um das Schmiedefeuer wieder anzuwerfen. Der Plan für 2020 muss ja schließlich wieder geschmiedet werden. Eines kann ich schon mal verraten. Es wird soooo geil werden. Spektakuläre Bilder sind schon jetzt garantiert,

vorausgesetzt der alte Diesel hält!

 

Ergebnisse:www.lg-rudelsburg.de

 

                                                                                             Taucha, den 15.10.2019

 

 

 

Firmenlauf Leipzig & Granschützer Auenseelauf

 

Zwei kleine Quickies, innerhalb von 3 Tagen, hatte ich mir noch kurz vor dem

Lavaredo gegönnt. Erst wollte ich sie unerwähnt lassen, aber das würde der Sache nicht gerecht werden, deshalb an dieser Stelle ein paar Zeilen darüber. Da wäre als Erstes der Leipziger Firmenlauf am 19.Juni zu erwähnen, bei dem sich mehr als 19000 Freizeitsportler und die, die es noch werden wollen, auf dem Gelände der Kleinmesse versammelten.

Das Wetter, naja nicht ganz für Freizeitsportler geeignet. Nach einem kurzen Regenschauer kam die Sonne wieder zum Vorschein und machte das ganze Unterfangen bei 32 Grad zu einer schweißtreibenden Angelegenheit.

Um so erfreulicher war es, dass sich trotz dieser Temperaturen rund 50 SCHÜCO Mitarbeiter in Leipzig eingefunden hatten, Chef inklusive.

Aber es geht noch besser. Denn für mich persönlich war es noch erfreulicher,

dass sich 5 Wagemutige aus meiner Schicht dieser Herausforderung stellten. Wagemutige deshalb, weil es für einige von ihnen der erste Lauf überhaupt war und alle das Zeil erreichten. Einen riesigen Respekt an dieser Stelle, Jungs.

Was mich betrifft, SCHÜCO hatte den zweiten Startblock zugewiesen bekommen, d.h. die richtig Schnellen waren schon im ersten Startblock unterwegs. Deshalb habe ich mich mal beim zweiten Startblock in die erste Reihe gemogelt, um wenigstens am Anfang gut weg zu kommen.

18:30 Uhr ging es dann endlich los. Da die 5 Kilometer ja echt nicht meins sind, hatte ich mir vorgenommen:“Ballern, was das Zeug hält. Und dann mal sehen, ob es für die 5 Kilometer reicht.“ So konnte ich mich auch gleich an die Spitze von Startblock 2 setzen und den ersten Kilometer in 3:15 Minuten runterreißen. Da war ich selbst überrascht, dass es bei mir noch so schnell geht. Ja, und dann wurde es langsam langsamer. Beim zweiten Kilometer zeigte meine Uhr schon 3:30 Minuten an. Noch ganz in Ordnung, aber ich wusste, dass ich auch dieses Tempo nicht mehr länger halten kann, denn jetzt schloss ich auf die letzten Läufer von Startblock eins auf. Und dann wurden es mehr und mehr, und für mich begann ein kleiner Zickzack-Lauf. So konnte ich wenigstens die Stimmung an der Strecke etwas aufsaugen, denn hier war Party angesagt. Nach 16:51 Minuten und Gesamtplatz 31 ging dann auch die Party für mich los. Als dann alle 5 Jungs im Ziel waren, wurde erst einmal der Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen. Natürlich nicht mit Wasser! Soviel sei schon mal verraten, und genau deshalb möchte ich an dieser Stelle meinen Kurzbericht beenden, denn …

 

Die Jungs von Schicht 8

Und schon komme ich zum Granschützer Auenseelauf am 21.Juni.

Hier war die Strecke einen Kilometer länger, also 6 Kilometer und etwas welliger. Da der Firmenlauf mich ganz schön Energie gekostet hatte, hoffte ich, dass ich hier in Granschütz nicht alles geben musste, um ganz vorn mitzumischen. Doch bis es überhaupt soweit kam, musste ich erst einmal tief in die Tasche greifen. Die Startgebühren für diese 6 Kilometer betrugen sportliche 8 Euro und für Jugendliche sogar noch 6 Euro und das auf dem Dorf. Für den Moment war ich noch leicht irritiert, aber wenn für diesen Preis die Leistung stimmt, ist man ja gerne mal bereit, tiefer in die Tasche zu greifen.

18:00 Uhr wurde der Lauf mit einen zaghaften: „Auf die Plätze! Fertig !...“, denn das „Los“ hatte schon keiner mehr verstanden, als gestartet wurde, sah ich das Unheil schon auf mich zu kommen. Nicht der Lauf, denn der war so, wie ich es mir erhofft hatte. Diesen konnte ich von der Spitze weg bestimmen, ohne dabei wieder am Anschlag zu sein. Zum Glück kannte ich die Strecke, denn Streckenposten, Fehlanzeige! Gerade an der Schnittstelle um den Auensee herum, hätte es eines solchen gebraucht. So hat es mich auch nicht verwundert, als mir plötzlich 2 Läufer entgegen kamen. Nach den 2 Runden war es für mich nach 22:31 Minuten vorbei und ich durfte mich wieder über einen Gesamtsieg freuen und war schon gespannt, was da noch kommt. Ihr wisst ja, wegen der 8 Euro Startgebühr.

Und es kam nichts !!! Zum Glück wurde noch für die Kleinsten eine Siegerehrung mit Urkunden und Medaillen durchgeführt. Denn die hätten auf jeden Fall die Welt nicht mehr verstanden, wenn sie mit leeren Händen nach Hause geschickt würden. Als dann die Erwachsenen an der Reihe waren, wurde ein Stapel Urkunden auf den Tisch geknallt, mit dem Hinweis: “Die könnt ihr euch selber wegnehmen.“ Dann wurde noch schnell die Kasse untern Arm geklemmt und Tschüss. Viele hatten es ja gar nicht mitbekommen und warteten noch geduldig auf die Würdigung ihrer Leistung.

Da war ich selber erst einmal sprachlos. In meinen 17 Jahren, in denen ich sportlich aktiv bin, habe ich schon einige Sachen erlebt. Aber das in Granschütz erhält bei mir einen Platz ganz oben auf der Liste der Unverfrorenheit. Man sollte zwar nie Nie sagen, aber ich glaube, da muss schon sehr viel Zeit verstreichen, bis ich wieder beim Auenseelauf an den Start gehe. Vielleicht hat sich nach dieser Aktion, die Sache von selbst erledigt. Ich finde es einfach nur schade, wie manche Leute mit Verantwortung umgehen.

In diesem Sinne, Sport frei!..., ihr Helden des Alltags.

 

                                                                                                  Taucha, den 12.07.2018

 

 

19. Gerstewitzer Mühlentag Lauf

Alle Jahre wieder ist der Gerstewitzer Mühlentag Lauf eine Pflichtveranstaltung für mich, mein Heim Grand Prix sozusagen.

Und dieses Jahr war er sogar noch als Landescup Lauf Sachsen-Anhalt ausgeschrieben, also Laufschuhe an und die 3 Kilometer bis zum Start schon mal warm laufen. Doch bevor ich mich jetzt voll und ganz diesem epischen Lauf widme, ein kurzer Blick zurück.

Ja, der liebe Rennsteiglauf! Nach dieser Leistung habe ich erst mal einen richtigen Feier Marathon gestartet. Mir ist zwar meine Vorbildfunktion als Sportler bewusst, aber die letzten Wochen habe ich mir einfach gesagt: „Sch... drauf, jetzt wird gefeiert.“ Und das zog sich eben bis Pfingsten hin.

Natürlich habe ich „nebenbei“ auch hart trainiert, denn ich habe ja in diesem Jahr noch einiges vor. Doch der Captain ist dabei nicht zu kurz gekommen.

Um es kurz zu machen, es war vielleicht an jenem Pfingstsonntag einer zu viel. So schleppte ich mich schweißgebadet die 3 Kilometer bis nach Nellschütz auf den Sportplatz. Obwohl das Wetter recht schwül war, war so zu schwitzen einfach nicht normal für mich. Als ich dann noch mit meinem Thüringer Lauftitan Andreas Glaßer das Einlaufen fosiert hatte, dachte ich mir wieder: „Sch... Alkohol, aber zum AK Sieg wird es schon reichen.“

Doch auch da wurde ich recht bald geerdet. Lief mir doch vor dem Start der andere Glaser über den Weg und die Aussicht auf den AK Sieg konnte ich eigentlich schon auf dem Nellschützer Sportplatz begraben.

Für alle, die ihn nicht kennen, Marcel Glaser. Ein Jahr älter als ich und verdammt schnell unterwegs. Doch im Laufe der Jahre konnte ich den gewaltigen Abstand sukzessive verkürzen und letztes Jahr bin ich sogar schon einmal vor ihm ins Ziel gekommen.

Aber sei es drum, 10:00 Uhr hieß es: „Auf die Plätze! Fertig! Los!“

Und ehe ich mich versah, bildeten Marcel, Steve Kehl und ich die Spitzengruppe. Eigentlich sehr untypisch für einen Landescup Lauf, dass hier Zwei in der M45 vorne weg laufen. Und mit jedem Schritt, den ich mithalten konnte, verfluchte ich den letzten Captain, denn Spaß war das nach 2 Kilometern definitiv nicht mehr. Selbst die Anfeuerungsrufe des eigens angereisten „Fanclubs“ am Kreuzweg konnten mir die Schmerzen nicht nehmen. Die obligatorische Runde um den Auensee bestritten wir noch als Trio. Beim anschließenden Anstieg zum Campingplatz musste Steve abreißen lassen und die alten Männer kämpften allein um den Gesamtsieg. Hätte mir das vorher jemand gesagt, wäre der Abend zuvor wahrscheinlich anders verlaufen. Aber dann war Schluss mit Jammern: „Wer tut gern einen Saufen, der kann dann auch schnell Laufen.“ Und so tat ich es nun auch. Diese Chance auf einen Gesamtsieg wollte ich mir nicht nehmen lassen. So ging es noch einmal im Formationsflug beim Fanclub am Kreuzweg vorbei in Richtung Gerstewitzer Mühle. Auf dieser langen Geraden konnte ich mich doch tatsächlich ganz minimal von Marcel absetzten, dann folgte die Umrundung der Mühle und anschließend waren es noch 3,5 Kilometer bis zum Ziel. An der Mühle nutzte ich die Gelegenheit und kühlte meinen Kopf etwas runter, um für die letzten Kilometer nochmal richtig Beißen zu können. Mein Blick war ständig geradeaus gerichtet, ich hatte keine Ahnung wie groß mein Vorsprung war. Ich kannte nur noch eine Devise „Augen zu und durch“. So konnte ich beim dritten Mal meinen „Fanclub“ nur noch schemenhaft wahrnehmen und eine meiner Prinzipien hatte ich auch schon über den Haufen geworfen.

Ich rannte nicht mehr leise! Jeder Schritt knallte auf dem Asphalt und durch meine Atmung muss man mich schon von Weitem gehört haben.

Als ich 1,5 Kilometern vor dem Ziel meine Tochter überholte, die tapfer auf der 6 Kilometer Strecke kämpfte, war mein absoluter Tiefpunkt erreicht.

Ich war nicht einmal in der Lage, ihr ein paar motivierende Worte mit auf den Weg zu geben. Reden ging einfach nicht mehr. Stattdessen peitschte mich meine Tochter nochmal nach vorn. Ich kam mir so richtig schlecht vor, denn eigentlich sollte es ja anders herum sein. Jetzt war der Sieg schon zum Greifen nahe und für diesen warf ich auch das letzte meiner Prinzipien über den Haufen, beim Zieleinlauf zu lächeln.

Selbst das habe ich nicht mehr hinbekommen und so dauerte es auch eine ganze Weile, bis ich mich über diesen Sieg richtig freuen konnte. Am Ende waren es nach 34:23 min knappe 16 Sekunden Vorsprung auf Marcel und 70 Sekunden auf den Dritten Steve.

Ja, und die Moral von der Geschichte: Wenn der Körper in der Lage ist 100%

zu leisten und der verdammte Kopf will aber unbedingt 105%, kann das nicht gut gehen. Nein, jetzt schiebe ich es nicht wieder auf den Captain, ich sage nur: „Sch... Ehrgeiz.“

 

Ergebnisse:https://zpn-timing.de/web/public/result_lauf.php?eventid=117&startklasse=3

 

 

                                                                                          Taucha, den 13.06.2019

 

 

 

 

29. Naumburger City Lauf

Landesmeisterschaft 10 KM Staße

 

Ja, ich wollte es noch einmal wissen. Wissen, ob man in der M45 noch ordentlich

Tempo machen kann. Denn wenn mir noch irgend etwas in meiner Sammlung fehlt, dann ist es dieser Landesmeistertitel. Ich habe ja lange nicht an Meisterschaften teilgenommen und ganz „früher“ hat es immer nur zum zweiten oder dritten Platz gereicht. Deshalb habe ich mal wieder dicke Backen gemacht und bin ganz selbstbewusst nach Naumburg gefahren, um mir endlich diesen Titel zu holen. Und was soll ich sagen, es hat endlich geklappt. Doch jetzt schön der Reihe nach.

Das Wetter an diesem 13. April war alles andere als Wettkampfwetter. Als ich 5:00 Uhr morgens vor die Tür trat, schlief mir fast mein Gesicht wieder ein. Eine geschlossene Schneedecke und das Schneetreiben war noch in vollem Gange. Also bin ich erst einmal in die Fabrik gerutscht, in der Hoffnung, dass der Wettergott am Nachmittag ein Einsehen hatte.

Zumindest hatte es sich mit dem Schneefall erledigt. Aber kühle 4 Grad Plus und Nässe sind ja überhaupt nicht mein Ding. Doch ich will nicht Jammern. Seit Sparta gibt es für mich kein schlechtes Wetter mehr. Und diese 1 Kilometer-Runde in Naumburg wurde auch etwas modifiziert, so dass es nur noch eine enge 180-Grad-Wende gab. Die andere wurde sozusagen entschärft. 15:30 Uhr war es dann soweit, knapp 40 Minuten auf die Zähne beißen und dann sehen, was dabei raus kommt. So dachte ich es mir. Doch auf den ersten 3 Kilometern war überhaupt Nichts mit Beißen. Ich wusste gar nicht mehr, wie einfach es sich auf Asphalt rennt. Zumindest beim ersten Kilometer war mein Puls noch ganz schön im Keller und das Luftholen hatte ich fast vergessen ; )

Nach diesem ersten Kilometer hatte sich das Feld auch schon einigermaßen sortiert.

Die 4 Mann große Spitzengruppe hatte sich schon etwas abgesetzt und nach 3 Kilometern konnte ich zur Verfolgergruppe aufschließen. Natürlich wollte ich gleich eine Lücke reißen,

aber die Jungen Wilden ließen sich nicht abschütteln. So habe ich mal den Hasen gegeben und die „Trainingsgruppe Sperlich“ Meter um Meter an die Spitzengruppe heran gebracht. Einen Läufer konnten wir sogar noch überholen, doch mehr war nicht drin.

Nach 7 Kilometern machten sich bei mir die ersten 3 „entspannten“ Kilometer bemerkbar.

Ich bekam Seitenstechen und einen weiteren Kilometer später, musste ich die Jungen Wilden ziehen lassen. Die letzten 2 Kilometer war dann bei mir doch Beißen angesagt,

um nicht zu viel Tempo zu verlieren. Doch der Schaden hielt sich in Grenzen.

Mit einer Zeit von 36:22 Minuten wurde es in der Gesamtwertung der 7.Platz und wie schon am Anfang erwähnt, Sieger in der M45.

 

                                                                                                   Taucha, den 21.04.2019

 

Ergebnisse:www.sport-burgenland.de

 

 

 

 

Neuseen Trail Run

Ein Trail Run fast vor der Haustür? Das Ganze dann noch im Leipziger

Flachland und rund um einen See? Unmöglich?

Ist es auch. Crosslauf trifft es eigentlich genauer, diese 3 Runden um den Schladitzer See, an denen ich letzten Sonntag teilgenommen habe.

Aber Trail Run klingt eben irgendwie cooler und trotzdem hatten es diese

24 Kilometer in sich. Mit zarten 200 Höhenmetern war es relativ flach, doch das ständige auf und ab, mit den ständig wechselnden Untergrund und seinen engen Zick Zack Kurven, verlangten nicht nur mir alles ab.

Auch das überschaubare Teilnehmerfeld von 40 Leuten hatte auf dieser langen Distanz ordentlich zu tun. Umso erfreulicher war es für mich, dass sich auch mein Herr Sohn dieser Herausforderung gestellt hatte. Also wieder so ein Vater und Sohn Ding eben.

12:00 Uhr ging es dann, bei bestem Wetter, los und schon der erste Kilometer war mit 3:28 min zu sportlich für mich. Aber dieses Jahr wird mal was riskiert und so habe ich mich mit zwei weiteren Läufern etwas vom Feld abgesetzt. Nach einer halben Runde dann der erste Spaßfaktor. Ich sah es schon von Weiten dunkel werden. Nein nicht das Wetter. Wie gesagt: beste Bedingungen. Ausgerechnet an der schmalsten Stelle kam uns, so denke ich es mir, der Leipziger Berner Sennen Club entgegen. Garantiert 60 Mann stark und mindestens 30 dieser kuscheligen Vierbeiner. Die waren aber genauso überrascht wie wir und ein flottes Durchkommen für uns unmöglich. Also mussten wir im Race Modus stoppen und uns durchkämpfen.

Der Vorteil: Jetzt waren wir nur noch zu zweit an der Spitze. Doch dieses „Glücksgefühl“ hielt nicht lange an. Als plötzlich vor mir eine Schlammgrube auftauchte, war ich für den Moment total überfordert. Ich wusste nicht ob rechts oder links vorbei und ehe ich mich versah, hatte ich diese Schlammgrube komplett vermessen. Der Führende befand sich zwar noch in Schlagdistanz, doch mir war der Zahn vorerst gezogen.

Nach ziemlich genau 30 Minuten war ich mit der ersten Runde fertig und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die 2. Runde stand komplett im Zeichen des Kampfes. Der Abstand zum Vordermann wurde immer größer und von hinten bekam ich auch schon Besuch. Nach Hälfte der 2. Runde war ich dann an dritter Stelle. Wenigstens diesen Platz wollte ich halten, doch es war erst Halbzeit und diese Runde war ich satte 3 Minuten langsamer.

Nach der 2. Runde hatte sich mein Vordermann zwar noch in Sichtweite befunden, doch ich hatte jetzt mit meinen Magen zu kämpfen. Zum Glück waren die Götter mal wieder auf meiner Seite und ich konnte den drohenden Boxenstopp vermeiden.

Jetzt musste ich mich nur noch durch das Starterfeld der 16 KM Strecke kämpfen, welches um 13:00 Uhr gestartet war. Als es dann wieder überschaubarer wurde, erblickte ich doch tatsächlich den Zweitplatzierten in Schlagdistanz. Jetzt hieß es für mich beißen und kämpfen, um vielleicht noch den 2. Platz klar zu machen. 2 Kilometer vor dem Ziel bin ich doch tatsächlich noch vorbei gekommen und konnte diesen Platz bis ins Ziel retten.

Nach 1:35:41 Stunden fühlte ich mich zwar fix und fertig, aber dennoch überglücklich von so einem geilen Rennen, welches mit einen Podestplatz endete. 17 Sekunden hinter mir machte Hagen Worofka aus Halle das Podest komplett. Den Sieg sicherte sich Alexander Martin in 1:34:23 Stunden. Jetzt hieß es für mich warten, was mein Junge macht.

Nach 1:58:18 h konnte ich ihn dann in Empfang nehmen. Etwas gezeichnet von der anspruchsvollen Strecke konnte er sich wenig später über den 13. Platz freuen und den 2. in der AK. Alles in allen hatte sich der kleine Sonntagsausflug an den Schladitzer See

gelohnt und nächste Woche warten schon die Landesmeisterschaften im

10 Kilometer Straßenlauf in Naumburg.

Ich werde berichten.

 

                                                                                              Taucha, den 11.04.2019

 

Ergenisse:www.maximalpuls.com/neuseentrailrun/ergebnisse

 

 

 

28. Naumburger Waldlauf

Heute mache ich es mal kurz und knackig, so wie beim Naumburger Waldlauf am Samstag. Jetzt bin ich nämlich auch wettkampftechnisch in 2019 angekommen. In Naumburg habe ich mich dieses Jahr aber mal für die „Mädchenstrecke“ entschieden. Terminprobleme! Also 4 Runden a 1,1km durch den Bürgergarten oder anders gesagt, 4 mal Luftholen und fertig. Ganz so einfach war es dann doch nicht. Obwohl ich zur Zeit in einem sehr guten Trainingszustand bin und schmerzen tut auch nichts, hatte ich auf dieser kurzen Distanz ganz schön Mühe ein hohes Tempo zu gehen.

Ich denke mal, das hat jetzt auch etwas mit dem Alterungsprozess zu tun ;)

So machten die jungen Hirsche ganz schön palett und der alte Platzhirsch schnaufte hinterher. Als ich dann endlich Zugriff zum Rennen hatte, war es schon wieder vorbei. Um genau zu sein nach 16 Minuten und 21 Sekunden. Am Ende war es der 10. Platz und der Sieg in der AK, was mir gleichzeitig den Titel Bezirksmeister einbrachte.

Der erste richtige Test wartet dann schon nächstes Wochenende beim Neuseen Trailrun um den Schladitzer See bei Leipzig. Da sind es dann wieder ordentliche 24 Kilometer und ich hoffe, dass der alte Platzhirsch dort nicht so röhren muss. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

 

                                                                                          Taucha, den 31.03.2019

 

www.sport-burgenland.de/rangliste

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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