So Freunde, jetzt bin auch ich richtig in der Laufsaison 2026 angekommen und das gleich mit einem richtigen Knall. Aber wie immer, schön der Reihe nach. Das erste größere Highlight steht ja in 2 Wochen an, mit der 110 Kilometer langen Strecke beim Trailrunning Festival in Innsbruck. Aus diesem Grund hatte ich am Karfreitag schon mal einen kleinen Härtetest eingeplant. Da bin ich eine Hälfte der legendären Rad Acht gelaufen, in Summe 83 Kilometer. Bis Kilometer 60 lief es noch recht entspannt, doch dann wurde es richtig zäh, aber ich habe durchgezogen. Kurzes Fazit, es war schon ganz o.k., dennoch mit Luft nach oben. So hatte ich als weiteren Härtetest den Kyffhäuser Bergmarathon eingeplant, die Generalprobe sozusagen oder die erste Standortbestimmung. Demzufolge habe ich mich an diesem 18. April schon relativ früh in Bad Frankenhausen eingefunden, um die ganze Sache auch entspannt anzugehen. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, anfangs mit 10 Grad noch etwas frisch. Das änderte sich im Laufe des Rennens aber kontinuierlich und gipfelte bei strahlendem Sonnenschein und 20 Grad. Noch kurz die Eckdaten dieser Generalprobe, vor mir lagen
42,5 Kilometer und rund 800 Höhenmeter und mit mir wollten sich weitere knapp
180 Wagemutige dieser Herausforderung stellen.
8:30 Uhr hieß es dann endlich Feuer frei. Im Gegensatz zu anderen Laufveranstaltungen wollte hier keiner so recht in der ersten Startreihe stehen und so blieb die Sache unter anderem an mir hängen, obwohl ich das überhaupt nicht mag. So wurde schon mal auf dem ersten Kilometer die „Konkurrenz“ abgecheckt.
Dieser war bei leichter Steigung mit 4:20 Minuten doch recht flott und ich hörte plötzlich mitten in der Ortschaft jemanden meinen Namen rufen. Wie sich später herausstellte, ein Teil der Hühnerschaar aus Hänchen trieb auch hier ihr Unwesen und nahm kurz Notiz von mir. Auf den nächsten 2 Kilometern ging es noch einmal 100 Höhenmeter bergauf und danach folgte eine lange und flache Gerade über mehrere Kilometer. Jetzt war es an der Zeit, den Tempomat einzuschalten und dieser hatte sich bei 4 Minuten für den Kilometer eingepegelt. Das waren erst einmal die guten Nachrichten. Die Schlechten, ich lag zusammen mit Danny aus Aschaffenbug in Führung und nach uns klaffte schon eine größere Lücke. Diese Situation mag ich nun überhaupt nicht. Schon so früh das Feld anzuführen, da kann man hintenraus eigentlich nur verlieren. So nahm ich notgedrungen die Situation an und spulte Seite an Seite mit Danny fast identische Kilometerzeiten ab. Nach 10 Kilometern musste ich etwas abreißen lassen, aber Danny kam auch nicht weiter weg und so blieb er konstant 10 bis 20 Sekunden vor mir. Nach 16 Kilometern begann so langsam der Anstieg zum Kyffhäuserdenkmal und der war wie gemacht für mich. Nicht zu steil und alles gut laufbar. So schloss ich doch tatsächlich zu Danny wieder auf und ging sogar vorbei. Doch die Freude währte nur kurz. Oben am Denkmal, nach 21 Kilometern, war er wieder vorbei und ich musst wieder abreißen lassen. Hier war eine Wendestelle eingerichtet und so konnte man ganz gut sehen, wie weit der Rest hinter einem lag. Und der war leider nicht weit weg. Da ich schon auf der letzten Rille lief, konzentrierte ich mich lieber darauf, nicht langsamer zu werden, um die Verfolger auf Abstand zu halten, anstatt einen Angriff nach vorn zu wagen. Die nächsten Kilometer taten dann ordentlich weh, da immer wieder kleine Anstiege eingebaut waren.
So konnte ich die herrliche Aussicht von hier oben nur bedingt genießen.
Nach 33 Kilometern war dann auch der letzte Anstieg geschafft und es ging nur noch bergab. Der Nachteil an der ganzen Sache, so 8 Kilometer vor dem Ziel kamen die Läufer vom Halbmarathon mit auf die Strecke und es wurde richtig voll. So erübrigte sich für mich ein Blick über die Schulter nach eventuellen Verfolgern. Folglich konnte ich auch die letzten Kilometer nicht entspannt angehen, um nicht doch noch kurz vor dem Ziel den 2. Platz einzubüßen. Also haute ich noch einmal Kilometerzeiten von 4 Minuten raus und dann durfte ich mich endlich, nach 3:05:16 Stunden, über einen fantastischen 2. Platz beim Kyffhäuser Bergmarathon freuen.
Und die Freude wurde bei der Siegerehrung noch getoppt. Neben einem Pokal gab es noch 5 Liter edlen Gerstensaftes. Männerherz was willst du mehr.
Taucha, den 19.04.2026